Nun brauchen wir Ihre Unterstützung, denn das Fortbestehen der freiberuflichen Hebammentätigkeit ist in Gefahr.

 

Warum?

 

Hebammen dürfen ohne Haftpflichtversicherung nicht arbeiten. Die Beiträge zur Haftpflicht sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, von jährlich 453 € im Jahr 2003 auf 5.091 € im Jahr 2014. (6.842,76 € ab Juli 2016). Dies alles nicht aufgrund vermehrter Schadensfälle, sondern unter anderem aufgrund einer besseren Versorgung eventuell geschädigter Kinder, die viel Geld kostet. Während vor zehn Jahren noch eine Deckungssumme von 2,5 Mio.€ reichte, liegt sie nun bei 6 Mio.€, für die die Versicherer Rücklagen bilden müssen.

Viele Hebammen haben aufgrund dieser Entwicklung bereits den Kernbereich ihres Berufes, die Geburtshilfe, aufgegeben. Eine Zeitlang sah es so aus, als würde es ab dem 1. 7. 2015 keine Haftpflichtversicherung für Hebammen mehr geben, was einem Berufsverbot gleichgekommen wäre. Glücklicherweise geht es zur Zeit noch weiter, auch aufgrund zahlreicher Elternproteste. An dieser Stelle herzlichen Dank dafür.

Eine endgültige Lösung ist aber nach wie vor nicht in Sicht. Lesen Sie hier die Entwicklung.

 

"Update" März 2017

Mal wieder sind die Verhandlungen um eine Gebührenerhöhung mit den Krankenkassen geplatzt. Zum Einen, da der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (S GKV) kein Angebot machte, welches auch dem Zeitaufwand der Betreuung gerecht wird. Laut S GKV dauert z. B. ein Hausbesuch nach der Geburt nicht länger als 30 min. Jede, die schon einmal von einer Hebamme betreut wurde weiß, dass dies in den meisten Fällen nicht zu schaffen ist.

Des weiteren fordert der S GKV inakzeptabele Bedingungen für die Abrechnung von Beleggeburten. Beleghebammen arbeiten freiberuflich im Kreißsaal, entweder im Schichtdienst oder in der 1:1 - Betreuung (eine Frau mit einer Hebamme). Nähere Infos hierzu finden Sie unter www.hebammenverband.de .

Folglich wird auch dieses Mal wieder eine Schiedstelle entscheiden. Diese tagt im Mai.

Die Auszahlung des Sicherstellungszuschlag läuft nach wie vor nicht reibungslos. Die Bearbeitungszeit vom Eingang des Antrags bis zur Auszahlung liegt derzeit bei über 10 Wochen. Beantragt werden kann er nur zwei mal im Jahr, einmal Anfang Januar und einmal Anfang Juli jeweils für das zurückliegende Halbjahr. Da die Prämie für die Haftpflicht pünktlich eingezogen wird, bedeutet die Verzögerung der Auszahlung eine erhebliche finanzielle Belastung.

 

"Update" März 2016

Es gibt eine Haftpflichtversicherung bis 30. 06. 2018, wieder mit einer Prämienerhöhung. ( Ab Juli 2016 6.842,76 € und ab Juli 2017 7.638,94 € pro Jahr )

Der Spitzenverband der Gesezlichen Krankenversicherungen (GKV), hat begonnen, den Sicherstellungszuschlag an Hebammen auszuzahlen. Die Beantragung erweist sich als bürokratisch aufwendig, ist nach wie vor nicht über unser Abrechnungsprogramm auf dem einfachen Wege möglich. Versuche unseres Anbieters, den Antrag für Hebammen einfacher zu gestalten, werden von der GKV abgelehnt. Einige Hebammen warten Monate ab Antragstellung, ehe es zu einer Auszahlung kommt.

 

 "Update" Oktober 2015

Die Schiedsstelle hat gesprochen!
Alle Frauen, die eine Hausgeburt machen möchten, müssen 3 Tage nach dem errechneten Termin einen Gynäkologen oder eine Klinik aufsuchen und eine Schwangerenvorsorge machen lassen. Nur wenn diese eine "normale" Schwangerschaft ergibt und der Gynäkologe dies im Rahmen seiner Pflicht in dem Mutterpass einträgt, kann die Hebamme eine Hausgeburt ab Termin + 3 Tagen mit der Krankenkasse abrechnen.
Die hierin liegende Problematik ist unten beschrieben. Leider wird es auch viele "es könnte was sein" Befunde geben, da weder durch Ultrschall noch durch CTG sichere Befunde ermittelt werden können. Wir Hebammen dürfen gemäß unserer Berufsordnung zwar auch ohne ärztl. Untersuchung eine Geburt jenseits von Termin + 3 begleiten, können sie dann aber nicht mehr mit der Krankenkasse abrechnen. Machen wir es doch, droht uns eine Vertragsstrafe von 10.000 €.
Das heißt, wenn Frauen, aus welchen Gründen auch immer, keinen Arzt aufsuchen möchten, was ihr Recht ist, wird die Geburt zu einer sogenannten "IGEL"-Leistung.
Weitere beschlossene Ausschlusskriterien sind für uns gut tragbar und medizinisch zu begründen.
Die Hebammenverbände werden gegen den Beschluss klagen, zur Zeit ist er aber bindend.

Der Haftfplichtausgleich wurde wie folgt geregelt:
Jede Hebamme, die im Jahr mindestens 1 geburtshilfliche Leistung im Quartal erbringt, bekommt am Ende eines Halbjahres einen teilweisen Ausgleich der
Haftpflichtprämien durch den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV-Spitzenverband).
Dafür wurden alle bisher gezahlten Prämien und Erhöhungen der Geburtspauschalen wieder gestrichen. Es bleiben immer noch jährlich ca. 2000,00 €, die jede Hebamme selber zahlen muss, da ein prozentualer Anteil für die Vor-und Nachbetreuung sowie für Privatpatientinnen herausgerechnet wurde.
Von den privaten Versicherungen wird zur Zeit keine Haftpflichtzulage gezahlt.

Der Deutsche Hebammenverband steht derzeit in Verhandlungen mit den Versicherern über eine Haftpflichtversicherung ab Juli 2016.

Es ist fraglich, in wie weit der vom Gesetzgeber beschlossene Regressverzicht der Krankenkassen eine wirkliche Entspannung auf dem Versicherungsmarkt erreicht.
Der Regressverzicht bedeutet, dass eine die Krankenkasse nur dann ihre Kosten aus einem Schadensfall der Haftfplichtversicherung der Hebamme anlasten kann, wenn die Hebamme "grob fahrlässig" gehandelt hat. Es ist zu befürchten, dass die Kassen versuchen werden, in Prozessen immer auf "grob fahrlässig" zu plädieren und sich dadurch Verfahren unnötig in die Länge ziehen.

 

"Update" Mai 2015

Noch immer keine Lösung in Sicht!

Es gibt nach wie vor kein Angebot der Haftpflichtversicherer ab Juli 2016.

Die aktuellen Verhandlungen mit den Krankenkassen sind vorerst gescheitert.
Es geht nun um die Einführung des Sicherstellungszuschlages und einer Gebührenerhöhung von 5%, die bereits im Februar erfolgen sollte.

Hintegrund:
Der Sicherstellungszuschlag ist an die Einführung eines Qualitätsmanagements gebunden, gegen das prinzipiell keine Hebamme Einwände hat.
Von den Krankenkassen wird jedoch u. a. gefordert, dass eine außerklinische Geburt nur noch dann mit den Krankenkassen abgerechnet werden kann,
wenn die Frau nicht nach dem errechneten Entbindungstermin gebärt oder ein Arzt bescheinigt, dass eine Hausgeburt auch weiterhin sicher ist.

Dies beschneidet unsere Kompetenz, mit den Frauen entscheiden zu können, ob ein Risiko vorliegt.
Zudem ist es nicht bewiesen, dass eine Geburt jenseits des Entbindungstermins besonders gefährlich ist.
Aus diesem Grund haben die Hebammenverbände die Verhandlungen abgebrochen.
Eine Schiedstelle wird nun - wie immer - das letzte Wort haben.

 

"Update" August 2014

Die Hebammenverbände haben sich mit den Krankenkassen auf einen Haftpflichtzuschlag geeinigt.
Mit diesem Zuschlag können alle Kolleginnen, die wenigstens 8 Hausgeburten im Jahr betreuen
(bei Beleg- und Geburtshausgeburten sind es deutlich mehr Geburten), die diesjährige Prämienerhöhung erwirtschaften.
Dieser Zuschlag gilt bis Juni 2015, danach soll er durch einen Sicherstellungszuschlag abgelöst werden, mit dem dann auch Kolleginnen mit weniger Geburten ihre Haftpflichtversicherung bezahlen können. Die Verhandlungen hierzu laufen.
Nach wie vor ist nicht geklärt, wie es ab Juli 2016 weitergeht, denn bisher hat sich keine Versicherung bereiterklärt, die Haftpflicht abzudecken. Ohne strukturelle Veränderungen bleibt also weiterhin die Frage offen, wie es danach weitergehen kann.

 

 

 "Update" Mai 2014:

Die Versicherungswirtschaft hat ein Angebot für ein weiteres Jahr unterbreitet, das jedoch auch wieder mit einer 20%igen Prämienerhöhung verbunden ist und nur für Mitglieder des großen Hebammenverbandes DHV gilt. Dies schließt die Hebammen zweier weiterer Verbände aus.
Ob die Krankenkassen einen wirklichen finanziellen Ausgleich schaffen werden, so wie sie es sollen, ist nicht geklärt, ebenso wenig wie es dann ab Mitte 2016 weitergehen soll.

Der Gesundheitsminister hat die Krankenkassen aufgefordert, einen Sicherstellungszuschlag für Hebammen mit wenigen Geburten einzuführen. Die Verhandlungen mit den gesetzlichen Krankenversicherungen sind jedoch immer hart und selten fair, weshalb wir noch nicht von einer Entspannung der Situation ausgehen können.

Eine langfristige Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht!

Die Ergebnisse der interministeriellen Arbeitsgruppe stellen keine Lösung dar, Forderungen zum Beispiel nach einem Regressverzicht der Sozialversicherer sind weiterhin in der Prüfung.

 
 
Hier einige Links, auf denen Sie erfahren, wie Sie uns unterstützen können:

www.hebammenverband.de (Seite des deutschen Hebammenverbandes)

www.hebammenfuerdeutschland.de (Elterninitiative)

www.hebammenunterstuetzung.de (Elterninitiative)

www.greenbirth.de (Organisation für natürliche Schwangerschaft und Geburt, aktuelle Informationen)

 
DANKE!